Reputation & soziales Umfeld des professionellen Pokerspielers
Ein nicht zu vernachlässigbares Thema ist die eigene Reputation (Ruf) und wie das soziale Umfeld auf die Tatsache reagiert, dass zumindest ein Teil des monatlichen Einkommens durch das Spielen von Poker erwirtschaftet wird. Das kleinere Übel scheint da zu sein seinem Umfeld zu erklären "wie das denn überhaupt funktionieren kann" und welche Perspektiven und Gefahren eine solche Tätigkeit mit sich bringt. Unsere Gruppe hat in dieser Hinsicht im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubende Erfahrungen machen müssen. Angefangen von dem Absprung der völlig genervten Liebespartnerin über vorsätzlicher Rufschädigung bis hin zur familiären Ausgrenzung könnten wir hier so manche Anekdote (im ironischem Sinne selbstverständlich) zum Besten geben. Da es allerdings in die Privatsphäre der betroffenen Person eingreift, haben wir beschlossen keine Detailausführungen an dieser Stelle zu veröffentlichen.
Außerdem darf nicht vergessen werden, dass professionelles Pokern volkswirtschaftlich keine produktive Tätigkeit ist. Es werden zwar Steuern gezahlt, aber genau wie beispielsweise die derivative Börsenspekulation ist es nur eine "unproduktive" Geldverschiebung. Zudem ist es ein äußerst moralisch zweifelhaftes Gewerbe, denn das Geld wird letztendlich durch Täuschung und Manipulation von Menschen verdient (wir sprechen hier nicht von Falschspielen oder sonstiger illegaler Manipulation!). Mehr zum Thema im Abschnitt Strategiefindung. Ein Zitat eines unser Gruppenmitglieder am Anfang seiner Karriere bringt es auf den Punkt: "Ein guter Lügner hat die besten Voraussetzungen ein guter Pokerspieler zu werden". Es wird deutlich, dass unter anderem aus diesem Grund Poker besonders in Deutschland einen schlechten Ruf genießt und Freunde, Bekannte und Familienmitglieder eines Pokerspielers Grund genug haben misstrauisch zu sein.
Es sollte einem klar sein, dass dieses Thema nicht als Vorteil für das semi- bzw. professionelle Pokern gewertet werden kann und eine Verwicklung in die eine oder andere nicht ganz unproblematische Situation einkalkuliert werden muss. Hilfreich ist es immer, sachlich zu argumentieren und viel Einblick in die Aktivität zu gewähren um Verständnis und Toleranz aufzubauen.

